Wachstum und Vakanzen meistern: Wenn NPOs dem Milizmodell entwachsen

In letzter Zeit drehten sich unsere Gespräche mit Vorstandsmitgliedern häufig um ein und dasselbe Thema: den Bedarf an temporärer, projektbasierter Führung. Wir beobachten eine diskrete, aber stetige Zunahme von NPOs, die diesbezüglich Unterstützung bei uns suchen – und die Anfragen betreffen längst nicht mehr nur die oberste Führungsebene, sondern zunehmend Teamleitungspositionen in den verschiedensten Sektoren: von Wohnbaugenossenschaften bis hin zu staatsnahen Betrieben.

Was steckt dahinter? Und warum landen gute Ideen so oft auf dem Parkplatz?

Das eigentliche Problem: Nicht zu wenig Geld – zu wenig Mut zur Lösung

Wenn wir diese Organisationen genauer betrachten, fällt ein Muster auf, das zunächst überrascht: Es sind oft nicht fehlende Mittel, die Entwicklungsprojekte zum Stillstand bringen. Viele Verbände hätten durchaus die finanziellen Möglichkeiten, eine Projektleitung auf Zeit anzustellen.

Die eigentliche Bremse liegt woanders. Das Milizprinzip und die damit verbundene Kultur der Ehrenamtlichkeit schaffen eine implizite Hemmschwelle: Bezahlte Stellen – auch wenn sie zeitlich befristet und sachlich klar begründet wären – fühlen sich für viele Vorstände kulturell «falsch» an. Und so wartet man. Projekte reifen nicht, Ideen verstauben, und an der nächsten Mitglieder- oder Delegiertenversammlung muss man erklären, warum sich trotz guter Absichten erneut wenig verändert hat.

Die Ironie dabei: Die Organisation wächst unterdessen weiter. Und mit dem Wachstum steigen die operativen Anforderungen exponentiell – während die Kapazitäten der Freiwilligen und Vorstandsmitglieder schlicht nicht mitwachsen können.

Wenn das Milizprinzip an seine Grenzen stösst

Das traditionelle Milizsystem funktioniert in der Aufbauphase oft erstaunlich gut. Engagierte Ehrenamtliche tragen gemeinsam viel – und das mit grossem Einsatz. Doch mit zunehmender Grösse beginnt das Tagesgeschäft die ehrenamtlichen Strukturen zu erdrücken. Administration, Mitgliederverwaltung, Personalkoordination, Kommunikation – all das frisst Zeit und Energie, die eigentlich der strategischen Führung gehören sollte.

Das Resultat: Der Vorstand verliert sich im Operativen. Strategische Weiterentwicklung bleibt liegen. Und die Menschen, die sich eigentlich für die grosse Richtung engagieren wollten, kämpfen tagein, tagaus gegen den Leerlauf an.

An diesem Punkt braucht es keine Grundsatzdiskussion über das Milizprinzip, sondern eine pragmatische, schnelle Lösung: gezielte externe Ressourcen, die entlasten, Projekte vorwärtsbringen und sicherstellen, dass die Organisation nicht im eigenen Wachstum stecken bleibt.

Keine NPO ist wie die andere – und keine Lösung passt für alle

Wir sehen täglich, wie unterschiedlich die Herausforderungen von Verbänden und NPOs sind. Grob lassen sich zwei häufige Konstellationen unterscheiden:

  • Punktuelle Prozessoptimierung: Manche Verbände profitieren am meisten von einer gezielten Analyse und Optimierung einzelner interner Abläufe – sei es im Rechnungswesen, in der Mitgliederkommunikation oder in der Projektsteuerung. Hier braucht es kein laufendes Mandat, sondern einen klaren Blick von aussen und konkrete Handlungsempfehlungen.
  • Operative Ad-interim-Unterstützung: Andere stehen vor Situationen, die eine sofortige und verlässliche Führungspräsenz erfordern – eine vakante Geschäftsführungsstelle, ein stockendes Entwicklungsprojekt, eine Übergangsphase nach einem Führungswechsel. Hier hilft eine erfahrene Person, die schnell einsteigt, das Steuer übernimmt und Fortschritt sicherstellt – auch in einem Teilzeitpensum über ein oder zwei Monate.

Gerade letzteres wird in vielen NPOs noch unterschätzt. Die Möglichkeit, jemanden temporär und gezielt einzusetzen, ohne eine langfristige Anstellung eingehen zu müssen, ist für viele Vorstände der entscheidende Unterschied zwischen «irgendwann» und «jetzt».

Unser Interimspool: Über 70 erfahrene Führungspersönlichkeiten – bereit für Ihren Einsatz

Für genau diese Situationen haben wir beim Zentrum für Verbandsführung unseren Interimspool aufgebaut. Heute umfasst er über 70 geprüfte Führungspersönlichkeiten – alle mit echter NPO-Erfahrung, alle bereit, kurzfristig zu unterstützen.

Was den Pool auszeichnet:

Echte Branchenvielfalt. Unsere Interimspersonen kommen aus den unterschiedlichsten Bereichen: Sozialwesen, Gesundheit, Bildung, Sport, Umwelt, Kirche, Kultur und mehr. Diese Vielfalt ist kein Zufall – sie ist unser stärkstes Werkzeug, um für jede NPO die wirklich passende Person zu finden, nicht einfach die nächste verfügbare.

Flexible Einsatzmodelle. Ob Vollzeit oder Teilzeit, für wenige Monate oder längerfristig, auf Geschäftsführungsebene oder in der Teamleitung – die Führungskräfte passen sich den konkreten Bedürfnissen Ihrer Organisation an.

Regionale Abdeckung. Der Pool ist in der Deutschschweiz und der Romandie verankert, damit Nähe und Sprachkompetenz gewährleistet sind.

Konsequente Qualitätssicherung. Jede Person wird in einem persönlichen Gespräch sorgfältig geprüft, bevor sie in den Pool aufgenommen wird. Und nach jedem Einsatz führen wir eine gemeinsame Evaluation mit der Organisation und der Interimsperson durch – damit wir und unsere Kandidatinnen und Kandidaten kontinuierlich besser werden.

Begleitung über den gesamten Einsatz. Wir vermitteln nicht einfach und ziehen uns zurück. Wir bleiben in engem Kontakt mit beiden Seiten und stellen sicher, dass der Einsatz wirkt – und dass Sie an der nächsten Mitgliederversammlung von echten Fortschritten berichten können.

Der Prozess ist bewusst einfach gehalten: Sie schildern uns Ihren Bedarf, wir wählen passende Profile aus – und innerhalb kürzester Zeit steht Ihnen eine kompetente Führungskraft zur Seite.

Resilienz entsteht, wenn man loslässt – was nicht mehr trägt

Die Schweizer NPO-Landschaft erfordert ein hohes Mass an struktureller Flexibilität. Sich von der Vorstellung zu lösen, dass Ehrenamtliche eine ständig wachsende operative Last unbegrenzt tragen können, ist kein Verrat am Milizgedanken. Es ist ein Zeichen von organisationaler Reife – und die Voraussetzung dafür, dass eine Organisation langfristig gesund bleibt.

Das Ziel ist immer dasselbe: ein resilientes Umfeld schaffen, in dem das Tagesgeschäft gesichert ist, Entwicklungsprojekte nicht auf dem Parkplatz enden, und der Vorstand wieder das tun kann, wofür er eigentlich da ist – die langfristige Strategie gestalten.

Sie erkennen sich in diesem Bild? Unser Pool aus über 70 erfahrenen Führungspersönlichkeiten ist bereit. Wir finden gemeinsam die passende Unterstützung für Ihre Organisation – schnell, gezielt und mit echtem NPO-Know-how.

→ Jetzt Kontakt aufnehmen

Wachstum und Vakanzen meistern: Wenn NPOs dem Milizmodell entwachsen
ZfV - Zentrum für Verbandsführung AG, Martin Diethelm 24 juin 2026
Partager cet article
Se connecter pour laisser un commentaire.
Wirkung messen? Annäherung an ein schwieriges Geschäft